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Marias Charakter – Verpflichtung zur Sittlichkeit – Teil 3

Marias Charakter – Verpflichtung zur Sittlichkeit – Teil 3

Die Prüfung der Unsittlichkeit beim Sprechen

Maria (Friede sei mit ihr) schätzte reine und sittliche Sprache; und dennoch wurde sie mit Menschen geprüft, die übelste Sprache benutzten und sie ob eines unsittlichen Verbrechens verleumdeten, das sie gar nicht begangen hatte. Gepriesen sei Allâh! Eine Prüfung, die noch schwieriger wurde, da Maria nicht nur unschuldig, sondern zudem das Paradebeispiel der Menschheitsgeschichte für Sittlichkeit und Ehrenhaftigkeit einer Frau war. Stellt euch vor, wie sie sich gefühlt haben musste, als sie hörte:

„… O Maryam, du hast da ja etwas Unerhörtes begangen. O Schwester Hârûns, dein Vater war doch kein sündiger Mann, noch war deine Mutter eine Hure“ (Sûra 19:27-28).

Es ist verblüffend – wenn man einmal darüber nachdenkt –, wie einige der besten anbetend Dienenden Allâhs des Hocherhabenen, die jemals auf dieser Erde wandelten, zur gleichen Zeit verleumdet wurden. In Sachen Bezichtigungen der Unsittlichkeit kann man viel über die erstaunlichen Vorbilder Maria (Friede sei mit ihr), Joseph (Friede sei mit ihm) und Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein nachdenken. Durch dieses Ereignis erfuhren sie alle eine Menge Schmerz und Leid. Allerdings wurde auch bei allen letztendlich ihr guter Ruf wiederhergestellt und ihre Ehre nicht nur in den alten Zustand zurückversetzt, sondern darüber hinaus erhöht. Gepriesen sei Allâh!

An jene Unschuldigen, die erlebten, auf Grund von Verleumdung geächtet zu werden: Findet Trost darin, dass derart ehrenvolle und edle Personen in unserer islâmischen Geschichte eure Prüfung mit euch gemein haben! Und wisset, dass es euer Recht ist, euren Ruf wiederhergestellt zu bekommen! Hofft auf Allâh den Hocherhabenen, der Jesus (Friede sei mit ihm) erlaubte, für Maria (Friede sei mit ihr) aus der Wiege zu sprechen und für Âischa  möge Allah mit ihr zufrieden sein Qurân-Verse offenbarte! Habt die Beharrlichkeit von Joseph (Friede sei mit ihm), der sich darum bemühte, seinen Ruf wiederherzustellen, da dies ein Zeichen der eigenen Rechtschaffenheit ist! In einigen Fällen, von denen ich gehört habe, bei denen unschuldige Menschen in der heutigen Zeit verleumdet wurden, schützte Allâh der Hocherhabene diese und versorgte sie mit Verteidigung von Menschen und Orten, die sie nicht erwarteten, und letztendlich mit der richtigen Wahrnehmung der Gemeinde. Dies ist eine Erinnerung, sich darum zu bemühen, zu den Menschen zu gehören, die Allâh der Hocherhabene liebt, vor allem wenn man verletzt wurde. Denn Er beschützt Seine geliebten anbetend Dienenden, wie die zwei folgenden Qudsî-Hadîthe (dem Propheten im Wortlaut von Allâh eingegeben) zeigen:

„Wenn Allâh Seinen Diener liebt, dann ruft Er Gabriel und sagt zu ihm: »Ich liebe diese Person, deshalb liebe ihn!« Und Gabriel liebt ihn und ruft in die Himmel: »Allâh liebt diese Person, deshalb liebt ihn!« Und die Himmelsbewohner lieben ihn. Dann wird er von den Menschen des Diesseits respektiert“ (Muslim).

„Wer feindselig gegenüber jemandem ist, der Mir ergeben ist, dem werde Ich den Krieg erklären“ (Al-Buchârî).

Gepriesen sei Allâh! Am Ende derartiger Fälle erlebten alle nicht bereuenden Verleumder in ihrem eigenen Leben schlimme Prüfungen. Das Beispiel der Prüfung Marias, die Verleumdung erlebte, liefert also Ermutigung und Hoffnung für die Unschuldigen sowie eine strenge Warnung an diejenigen, die ihren Zungen erlauben, sich bei der Verbreitung falscher Gerüchte zu leicht zu bewegen, ohne zu bereuen.

Sittlichkeit im Herzen

Maria (Friede sei mit ihr) besaß Demut und Sittlichkeit in ihrem Herzen, was sich in ihrer Beziehung zu Allâh dem Hocherhabenen ausdrückte. Obwohl diese Beziehung im zweiten Teil dieser Reihe ausführlich beschrieben wurde, werden auch hier einige Punkte erwähnt. Allâh der Hocherhabene bestätigt im Qurân wiederholt ihre Sittlichkeit und Keuschheit. Er sagt über sie: „… und gehörte zu den (Allâh) demütig Ergebenen“ (Sûra 66:12).

Nur jemand, der Demut und Scham gegenüber Allâh dem Hocherhabenen verspürt, kann Ihm gegenüber völligen Gehorsam praktizieren. Dies wird von folgender Aussage des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) bestätigt: „Wenn du keine Scham verspürst, dann tu, was du willst!“ (Al-Buchârî).

Aus diesem Grund war Maria (Friede sei mit ihr) in der Lage, in der Anwesenheit eines Engels sittlich zu sprechen. Die Engel, die unsere Taten aufzeichnen und die uns zugegen sind, kann man leicht vergessen. Doch wir sollten uns darum bemühen, an sie zu denken und Scham davor verspüren zu sündigen, während wir wissen, dass sie Zeugen sind, da wir auch darauf hoffen zu den Gehorsamen verzeichnet zu werden. Das Erneuern der Absichten für Handlungen, das Gedenken Allâhs, sich selbst und seine täglichen guten und schlechten Taten zur Rechenschaft zu ziehen, das Ersuchen um Vergebung und in verschiedenen Situationen an Bittgebete zu denken – all dies hilft dabei, das eigene Schamgefühl vor Allâh dem Hocherhabenen zu steigern. Vor Ihm Scham zu verspüren ermuntert uns außerdem nicht nur dazu, schlechte Dinge zu unterlassen, sondern auch, uns stark darum zu bemühen, unser Bestes zu geben, da wir wissen, dass Er uns sieht. Unter diesem Gesichtspunkt können wir folgende Definition unserer Gemeinschaft vom Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) verstehen: „Jede Religion hat ein bestimmtes Merkmal. Und das Merkmal des Islâm ist Sittlichkeit“ (Al-Baihaqî, Ibn Madschah und Maliks Werk Muwatta).

Fazit

Gepriesen sei Allâh! Ich beende schweren Herzens diese Reihe über unser geliebtes Vorbild Maria (Friede sei mit ihr). Wahrhaftig! Das Gute und Nützliche dieser Reihe war von Allâh dem Hocherhabenen und die Fehler sind von mir und vom Satan. Ich weiß, dass ich meinem Vorbild und meiner Heldin nicht gerecht geworden bin. Ich bete dafür, dass mir erlaubt wird, im Paradies ihre Hände zu küssen für all das, was sie mir als anbetend Dienende Allâhs und als Frau beigebracht hat! Und ich bitte Allâh den Hocherhabenen darum, mir meine Unzulänglichkeiten beim Schreiben über die beliebteste und verehrteste Muslimin, die jemals auf dieser Erde wandelte, deren Namen Er uns in Seiner Offenbarung erwähnt hat, zu vergeben. Sein Friede sei mit ihr und möge ihr Rang im Paradies erhöht werden! Möge Allâh der Hocherhabene uns erlauben, von ihrem Leben inspiriert zu werden und Demut und Sittlichkeit in unseren Herzen, in unserer Sprache und persönlicher Distanz zu verkörpern! Mögen wir die Prüfungen der Sittlichkeit, die sich uns darbieten, mit vollem Einsatz und Entschlossenheit bestehen, so wie Maria (Friede sei mit ihr) es tat, als sie derartigen Herausforderungen entgegentrat! Mögen wir ein Volk sein, dessen Demut und Sittlichkeit eindeutig verspürt werden und das die Seelen um uns herum an die Vornehmheit ihrer wahren Wesensart und an den ehrenhaften Zweck, zu dem sie erschaffen wurden, erinnert! Möge unsere Verpflichtung zur Sittlichkeit eine Einladung zum Gespür für Menschlichkeit sein, das auf der Welt zurückgewonnen werden muss! Mögen wir die Lehren von Maria (Friede sei mit ihr) als weise und ehrenhafte Schülerin, ihre spirituelle Reise, ihre Hingabe zur Einladung zum Islâm und ihre Verpflichtung zur Sittlichkeit annehmen und verkörpern! Möge Allâh der Hocherhabene unsere bescheidenen Anstrengungen akzeptieren und uns Erfolg dabei gewähren, Ihm auf die beste Weise zu dienen! Aller Lobpreis gebührt Ihm, und möge Er den Propheten Muhammad in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken!

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